Gastro-Kritik: Astrein, Köln

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„Das Perfekte liegt im Einfachen“ – so hat Eric Werner, der sich zuletzt im „Himmel un Äd“ im Kölner Wasserturm einen Stern erkochte, das Konzept seines neuen Restaurants „astrein“ im Kölner Agnesviertel überschrieben. In direkter Nachbarschaft zum Kölner 2-Sterner „Le Moissonier“ will er lässigen Stil mit gehobenem Ambiente kombinieren. Die Einrichtung: Schlicht und elegant, aufgebrochen durch eine farbenfrohe Dschungeltapete, von der ein gewaltiger Gorilla und ein Pavian den Gästen beim Essen zu schauen. Wählen kann man zwischen zwei Menüs, Fisch und Fleisch oder vegetarisch. Wer weniger Hunger mitbringt, kann auch einzelne Gänge à la Carte bestellen.

Dass sich Eric Werner mit seinem neuen Restaurant dem Einfachen verschrieben hat, ist dabei erstmal nicht erkennbar: Das „Duett vom Kabeljau und Taschenkrebs mit Kokos-Melonen-Kaltschale und Eis von Koriander und Granny Smith“, bringt gleich so viele Komponenten auf einen Teller, dass der charmante Service noch sichtlich mit seinem Text kämpft. Klassischer ist dann das Zweierlei vom Münster Weiderind mit Chicorée und Pistazie – wunderbar zart und von einer tiefroten Soße begleitet. Auch die vegetarischen Gänge machen Fleischessern Spaß: Hier serviert Werner zum Beispiel den seltenen Waldpilz „Krause Glucke“, überzogen mit sahniger Haselnusssauce. Danach ein herrlich cremiges Risotto mit Kokos und Mango, das die Philosophie schließlich doch noch auf den Punkt bringt: Die von der Perfektion und dem Einfachen.

„Astrein“ ist hier zwar noch nicht alles – vor allem die vegetarischen Gerichte machen aber Lust auf einen zweiten Besuch!

 

Erschienen in B-EAT 6/2019

Astrein

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