Gastro-Kritik: Neobiota, Köln

Bergischer MatjesIn einem ziemlich toten Winkel der Kölner Innenstadt haben die beiden Sterneköche Erik Scheffler und Sonja Baumann das Neobiota eröffnet – ein kleines Restaurant mit ungewöhnlichem Konzept: Hier gibt es Frühstück und Fine Dining. Während man hier morgens die wohl besten Pancakes der Stadt essen kann und es laut und trubelig zugeht, tischen Scheffler und Baumann abends bei Kerzenschein feine Küche auf. Elegant und trotzdem zwanglos: hier treffen sich eine Gruppe Freundinnen, aber auch Paare zum Dinner. Nicht nur das Konzept ist ungewöhnlich, auch in ihrem 4 bis 8-Gänge-Menü traut sich das noch junge Restaurant etwas: Tatar vom Pferd etwa, mariniert wie ein typisch rheinischer Sauerbraten. Oder „bergischen Matjes“, begleitet von Grünkohl und Äppelwoi. Deutsche Küche neu gedacht, kunstvoll drapiert aber immer mit dem Hinweis versehen: Löffel rein, glücklich sein. Dazu empfiehlt Sommelier Volker Arndt vor allem osteuropäische Weine, aber auch eine kreative alkoholfreie Weinbegleitung. Das Highlight des Menüs: Gegrillte Taube mit einer so köstlichen Jus, dass man am liebsten den Teller ablecken möchte. Und gerade als einem dieser Gedanke in den Kopf schießt, stellt die charmante Kellnerin einen noch warmen englischen Muffin auf den Tisch: Zum Stippen, sagt sie.

Erschienen in B-EAT 3/2019Neobiota

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