Gastro-Kritik: Der Schneider, Dortmund

Hirschkalb„Maßgeschneiderten Genuss“ verspricht Küchenchef Philipp Schneider in seinem Dortmunder Lokal „Der Schneider“ und auch wenn Website und Speisekarte es mit den Wortspielen ein bisschen übertreiben, vereint das #tailoredfood, wie Schneider sein Essen nennt, tatsächlich „guten Stoff“ und großen Genuss. Wählen kann der Gast hier zwischen „Klassischem“ oder eine einem „Abend nach Maß“. Während die Filmcrew an einem Tisch saftige Kalbsschnitzel mit Kartoffelsalat ordert, serviert der etwas holprige Service direkt nebenan ein Sechs-Gänge-Menü. Schon der Apéro ist vielversprechend: Cremiger Babyrahmspinat mit gebackenem Eigelb und Karoffelschaum – ein Gericht, das nach sowohl nach Kindheit als nach großer Kochkunst schmeckt. Es folgen zarter Kabeljau mit Dill dreierlei Texturen und eine unglaublich saftige
Kalbsbacke mit Sellerie, Apfel und einer intensiven Jus, die man – wieder so ein Kindheitsding – mit dem Finger vom Teller stippen möchte, so gut ist ihr Geschmack. Schlecht komponiert wirkt die Käseauswahl zum Ende des Menüs, versöhnt wird der Magen aber von selbstgemachten Süßigkeiten: Weingummi und Schokopralinen, von denen man am liebsten eine große bunte Tüte ordern würde.

Erschienen in B-EAT 2/2019Der Schneider

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